Neues Fahrzeug für Remshaldener Wehr

Freitag, 15. September 2017

Das bereits im Einsatz befindliche Feuerwehrauto wurde nun feierlich übergeben und katholisch gesegnet

Mit Weihrauch und heiligem Wasser aus Lourdes wurde am Freitagabend das neue Löschgruppenfahrzeug der Freiweilligen Feuerwehr gesegnet. Bürgermeister Stefan Breiter wünschte den Kameraden viel Erfolg bei den künftigen Einsätzen – und übergab zugleich offiziell den Schlüssel für das Fahrzeug. Die Anschaffung war notwendig gewesen, nachdem die Korrosionsschäden und der Verschleiß am Vorgängermodell immer deutlicher wurden, schließlich auch der TÜV dies deutlich bemängelte – und eine Reparatur zu kostspielig gewesen wäre. Nachdem klar war, dass die Gemeinde das Projekt unterstützt, hat sich im August 2015 ein eigener Arbeitskreis für die Fahrzeugbeschaffung gegründet. Intensiv und in Abstimmung mit Gemeinderat und Verwaltung hat er die Anschaffung vorbereitet. Finanziert wurde das Fahrzeug im Wert von 375 000 Euro schließlich zum größten Teil von der Gemeinde. Das Land gab im Rahmen seiner Feuerwehrförderung noch einen Zuschuss in Höhe von 90 000 Euro.

Eine sinnvolle Investition in die Zukunft von Remshalden

Dass es sich hierbei um eine sinnvolle Investition für Remshalden handelt, darüber waren sich letztlich alle einig. Weshalb Feuerwehrkommandant Tobias Greiner in seiner Festrede auch ausdrücklich die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit Verwaltung und Gemeinderat lobte. Angesichts zunehmender Naturkatastrophen und der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus dürfe eine Gemeinde bei der inneren kommunalen Sicherheit nichts dem Zufall überlassen. Womit Greiner verdeutlichen wollte, „dass jeder für die Feuerwehr ausgegebene Cent jeder Mitbürgerin und jedem Mitbürger hier in Remshalden uneingeschränkt zugute- kommt.“ Mit dem Löschgruppenfahrzeug des Typs LF-20 hat sich die Feuerwehr nun auf den neusten technischen Stand gebracht. Das 16 Tonnen schwere Fahrzeug hat ein Allradfahrgestell, ein 12-Gang-Automatikgetriebe, Platz für neun Einsatzkräfte und eine Förderleistung von bis zu 2800 Liter Wasser pro Minute. Acht LED-Scheinwerfer sorgen dafür, dass die Feuerwehrleute auch bei Einsätzen in der Nacht sicher und schlagkräftig arbeiten können. Zugleich wurde bei der Anschaffung aber auf kostspielige Zusätze und Sonderfunktionen verzichtet. Ganz bewusst, so Greiner, um nicht nur bei der Beschaffung, sondern auch bei den Folgekosten für Wartung und Instandhaltung zu sparen. Für die insgesamt vergleichsweise moderne Ausstattung der Remshaldener Wehr fand Kreisbrandmeister René Wauro lobende Worte. Es sei gut, wenn die Kommunen in die Technik der Feuerwehren investieren. Und keinesfalls überall im Kreis gängig. „Hoffentlich klappt das bei anderen Gemeinden bald auch so gut!“ Bei dem neuen LF-20 handle es sich zwar um das größte Fahrzeug, das Wauro in seiner gut einjährigen Amtszeit übergeben habe, aber keineswegs um ein Luxusgefährt. Sondern um „ein Auto, das sinn- und zweckmäßig angeschafft wurde“. Den Feuerwehrleuten riet er: „Nutzen Sie das Auto – auch in Ihrer freien Zeit, damit Sie sich daran gewöhnen und stets sicher nach Hause kommen.“

„Das Wichtigste an der Feuerwehr sind die Kameraden“, sagt Breiter

Lob für die Wehr gab es auch von Bürgermeister Stefan Breiter, der daran erinnerte, dass moderne Technik zwar notwendig sei, „das Wichtigste an der Feuerwehr sind aber die Kameraden, die 365 Tage dazu bereit sind, da zu sein, wenn andere weglaufen.“ Breiter dankte dem Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit und der Feuerwehr für die besonnene Vorgehensweise, bei der sie Verständnis für die Haushaltslage gezeigt habe. Bei ihren Einsätzen mit dem neuen Fahrzeug wünschte er viel Erfolg. Seit Mai ist es bereits im Einsatz – nun übergab er auch offiziell den Schlüssel. Zuvor wurde das Rettungsfahrzeug aber noch in einer katholischen Zeremonie gesegnet. Nicht für die Feuerwehr, auch für Notfallseelsorger Bernd-Günter Barwitzki war dies eine Premiere. Süßlicher Weihrauchduft, geschwenkt von Ministranden, durchströmte das Gerätehaus. Gemeinsam sprachen die Besucher, alles fast durchweg Feuerwehrleute, den Psalm 141 mit seiner Bitte um Bewahrung vor dem Bösen. Darauf folgte ein Segensgebet (siehe Infobox), um die Gemeinschaft der Feuerwehrleute zu schützen. Mit heiligem Wasser aus der Wallfahrtsstätte im französischen Lourdes beträufelte Barwitzki dann die Besucher und sprach: „Der Segen sei über Ihnen allen“. Das gemeinsame Absingen von „Großer Gott, wir loben dich“ beendete schließlich die Zeremonie. Solcherart beseelt stand der offiziellen Schlüsselübergabe dann nichts mehr im Wege.

Das Segensgebet

  • Herr, unser Gott, wir bitten dich für
    den Dienst unserer Feuerwehr. Bewahre
    sie bei ihren Übungen und Einsätzen.
    Hilf ihr bei der Rettung von Gütern
    und Leben.
  • Segne die Gemeinschaft der Feuerwehrleute.
    Und segne dieses Fahrzeug.
    Mache Menschen bereit, in den
    Dienst für andere zu treten und ihren
    Nächsten zu lieben und ihm beizustehen
    in der Not.
  • Das bitten wir durch Jesus, unseren
    Herren, der sein Leben für uns gegeben
    hat. Amen.


    Textquelle: ZVW
    Redakteur Mathias Ellwanger

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